Teneriffa - Insel des ewigen Frühlings

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Teneriffa ist eine jener bezaubernden Inseln des Kanarischen Archipels, von denen sich schwerlich die schönste krönen läßt. Leute nett, Wetter vom Feinsten, eine üppige und hochinteressante Pflanzenwelt, bizarre Landschaften und Strände feinsten Sandes ziehen Touristen magisch in ihren Bann und lassen diese alljährlich wiederkommen. Millionen von ihnen können nicht irren, und auch die Statistik belegt, daß die Kanaren die Hitliste der Urlaubsmagneten in der Welt  mit anführen.
Der Urlauber, und namentlich der aus deutschen Landen, kann gewiß sein: Nach monatelangem finsteren Rackern zur Steigerung des Bruttosozialproduktes wird er dort bei garantiert schönem Wetter und in der Regel nettem Service die schönsten Tage des Jahres verbringen. Neben dem gewöhnlichen Feriengast delektieren sich mit größtem Vergnügen auch viele Pensionäre, Promis, Aussteiger, Schöngeister und Lebenskünstler an den wunderschönen Gestaden Teneriffas.
Zwölf Monate sonniger Frühling ist schon ein Traum, der sich noch mit allerlei Zeitvertreib wie Baden und Tauchen, Wandern inklusive Schneeballschlachten, originellem Essen und durchtanzten Nächten garnieren läßt. Vermutlich ist es bisher noch niemandem gelungen, von Teneriffa aus dem Urlaub zurückzukehren, ohne von diesem schönen „Island in the Sun“ nachdrücklich beeindruckt worden zu sein.  Der Erinnerung daran mag dann bei dem einen oder anderen Zuhause an trüben Novembertagen manches entrückte Lächeln geschuldet sein, mit dem die lieben Mitmenschen zunächst nichts anzufangen wissen.
Bei Teneriffa wird  immer wieder gern das Synonym "Insel des ewigen Frühlings" strapaziert, aber da ist ja wirklich was dran. Das irdische Vergnügen reicht geradezu bis zum unirdischen, wenn man sich der Mondlandschaft entsinnt, die am höchsten Berg der Insel, dem Pico de Teide, vorherrscht. Mit seinem schneebedeckten Gipfel teilt dieser erloschene Vulkan die Insel in zwei Teile. Das Lavamassiv ist Klima- und Vegetationsscheide zugleich. Es trennt die immergrünen Regionen des subtropisch feuchten Nordens von den heißen und kargen Gefilden des Südens. Zwischen diesen Kontrasten weist die Landschaft vielfältige Nuancen auf, so daß auch gern von einem "Minikontinent" gesprochen wird. Schließlich lassen sich mit einem Bad im Meer bis zur Wanderung auf verschneiten Pfaden innerhalb einer Autostunde alle Jahreszeiten erleben.
Die Vielfalt der heimischen Flora ist besonders erstaunlich und geradezu unüberschaubar. Botaniker geraten angesichts der auf Teneriffa vorkommenden Pflanzen in helle Verzückung. Unter dem enormen Artenspektrum finden sich selbst solche Gewächse, die in Europa längst der Eiszeitvergletscherung und im afrikanischen Raum dem heißen Atem der vorrückenden Sahara zum Opfer gefallen sind, die sozusagen als Paläoreliktflora in ausgeglichenen Witterungsverhältnissen sämtliche Klimakatastrophen dieser Hemisphäre überstanden haben. Weniger Aufsehen erregend ist dagegen die Tierwelt, wenngleich auch hier manch Eigenartiges anzutreffen ist. Den Ausgleich bietet Importware, die sich in zahlreichen Parks und Tiergärten bestaunen läßt.
Die meisten Touristen drängen in den sonnenverwöhnten Süden, so daß dort in den vergangenen Jahrzehnten ganze Ferienstädte wie Playa de las Américas oder Los Cristianos gleichsam aus der Retorte entstanden sind. An ihren meist künstlich aufgeschütteten Stränden kann in der Hochsaison natürlich von beschaulicher Ruhe keine Rede sein, doch lassen sich auch dort ein wenig abseits noch verträumte Buchten finden. Vor allem die Sonnenhungrigen verbringen den ganzen Tag am Strand, des nächtens wird durch die Kneipen, Bars und Diskotheken gezogen. Auf der Hauptstraße von Las Américas, der den ganzen Ort durchziehenden Avenida Litoral, ist bis in den frühen Morgen die Hölle los. Die gnadenlos dröhnende Musik ist dann vielerorts so gar nichts für sensible Ohren, und auch die Trinkfreudigkeit schlägt des Öfteren über die Grenzen. Das ist eine etwas lebhaftere Urlaubstgestaltung, und wer es ruhiger liebt, der sollte sich doch eher für ein Quartier im Norden der Insel entscheiden.
Zwischen Puerto de la Cruz  und Punta Hidalgo bis hinauf an die Playa de Benijo gehen die Uhren anders, langsamer, gemächlicher. Viele ältere Leutchen aus Großbritannien, Deutschland und Frankreich fühlen sich dort auf den Strandpromenaden, in den Pubs und Cafés äußerst wohl. Die Hotels und Apartementhäuser der mittleren bis gehobenen Kategorie garantieren eine gediegene Atmosphäre, ergänzt von internationaler Gastronomie und gepflegten Sportanlagen. Gegenüber anderen Ferienzentren zeichnet sich Puerto de la Cruz beispielsweise durch seinen historisch interessanten Ortskern mit seinem pittoresken und immer belebten Zentrum, der Plaza del Charco, aus. Allgemein wird der Norden längst noch nicht von solchen Touristenmassen belagert, wie dies die Südseite der Insel zeigt. Da ergibt sich dann auch wesentlich schneller die Gelegenheit zu einem Schwätzchen mit Einheimischen.  

 

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