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Teneriffa - ein "kleiner Überblick"
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Teneriffa ist eine jener bezaubernden Inseln des Kanarischen Archipels, von denen sich schwerlich die schönste krönen läßt. Leute nett, Wetter vom Feinsten, eine üppige und hochinteressante Pflanzenwelt, bizarre Landschaften und Strände feinsten Sandes ziehen Touristen magisch in ihren Bann. Millionen von ihnen können nicht irren, und auch die Statistik belegt, daß die Kanaren die Hitliste der Urlaubsmagneten in der Welt mit anführen.
Der Urlauber kann gewiß sein, daß er dort bei garantiert schönem Wetter und in der Regel nettem Service die schönsten Tage des Jahres verbringen wird.
Zwölf Monate sonniger Frühling ist schon ein Traum, der sich noch mit allerlei Zeitvertreib wie Baden und Tauchen, Wandern, originellem Essen und durchtanzten Nächten garnieren läßt. Bei Teneriffa wird immer wieder gern das Synonym "Insel des ewigen Frühlings" strapaziert, aber da ist ja wirklich was dran. Über allem thront der höchste Berg der Insel und zugleich Spaniens, der Pico de Teide. Mit seinem schneebedeckten Gipfel teilt dieser erloschene Vulkan die Insel in zwei Teile. Das Massiv ist Klima- und Vegetationsscheide zugleich. Es trennt die immergrünen Regionen des subtropisch feuchten Nordens von den heißen und kargen Gefilden des Südens. Zwischen diesen Kontrasten weist die Landschaft vielfältige Nuancen auf, so daß auch gern von einem "Minikontinent" gesprochen wird. Schließlich lassen sich mit einem Bad im Meer bis zur Wanderung auf verschneiten Pfaden innerhalb einer Autostunde alle Jahreszeiten erleben.
Die Vielfalt der heimischen Flora ist besonders erstaunlich und geradezu unüberschaubar. Unter dem enormen Artenspektrum finden sich selbst solche Gewächse, die in Europa längst der Eiszeitvergletscherung und im afrikanischen Raum dem heißen Atem der vorrückenden Sahara zum Opfer gefallen sind, die sozusagen als Paläoreliktflora in ausgeglichenen Witterungsverhältnissen sämtliche Klimakatastrophen überstanden haben. Weniger Aufsehen erregend ist dagegen die Tierwelt, wenngleich auch hier manch Eigenartiges anzutreffen ist.
Die meisten Touristen drängen in den sonnenverwöhnten Süden, so daß dort in den vergangenen Jahrzehnten ganze Ferienstädte wie Playa de las Américas oder Los Cristianos gleichsam aus der Retorte entstanden sind. Wer es ruhiger liebt, der sollte sich doch eher für ein Quartier im Norden der Insel entscheiden. Zwischen Puerto de la Cruz und Punta Hidalgo bis hinauf an die Playa de Benijo gehen die Uhren anders, langsamer, gemächlicher. Gegenüber anderen Ferienzentren zeichnet sich Puerto de la Cruz beispielsweise durch seinen historisch interessanten Ortskern mit dem pittoresken und immer belebten Zentrum, der Plaza del Charco, aus. Allgemein wird der Norden längst noch nicht von solchen Touristenmassen belagert, wie dies die Südseite der Insel zeigt. Da ergibt sich dann auch wesentlich schneller die Gelegenheit zu einem Schwätzchen mit Einheimischen.
Santa Cruz de Tenerife
Seit 1723 Hauptstadt der Insel mit circa 230.000 Einwohnern. Eine moderne Stadt und wichtigstes Handels- und Fremdenverkehrszentrum. Der Hafen ist der größte Umschlagplatz des kanarischen Handelsverkehrs, (hohe Exporte einer Ölraffinerie und zahlreicher Konservenindustrien).
Plaza de Espana, ein großangelegter Platz direkt vor dem Ozean. Monument für die Gefallenen des spanischen Bürgerkrieges (1936-39) mit Bronzeskulpturen von Enrique Cäsar Zadivar. Hier finden Sie das Archäologische Museum, das einen Einblick in die Inselgeschichte vermittelt. Auch die alte Empfängniskirche ist ein sehenswertes Bauwerk. Ein Spaziergang durch die weitläufigen Hafenanlagen oder durch den Stadtpark ist eine schöne Ergänzung zu einem Stadtbummel durch die belebten Einkaufsstraßen, in denen die Indergeschäfte als zollfreie Preisbrecher die Hauptattraktion sind. Sehenswert auch die Markthallen mit einem farbenprächtigen Warenangebot.
Ein Abstecher zum Castillo de Paso Alto lohnt sich. Die Burg wurde zu Ehren der Bewohner von Teneriffa gebaut, die am 25. Juli 1797 beim Flottenangriff des Admirals Nelson Santa Cruz verteidigt hatten. Das hier untergebrachte Militärmuseum bewahrt den sog. "El Tigre", die Kanone, die den rechten Arm des englischen Offiziers abschlug.
Schließlich ein Tip für Sonnenhungrige, wenn im Orotavatal mal der Himmel bedeckt sein sollte: Über die Nordautobahn ist man ganz schnell in Santa Cruz. In Richtung San Andres liegt der 1,5 km lange und 100 m breite Teresitas-Strand, wo praktisch immer die Sonne scheint. Übrigens ist er goldgelb, weil der Sand anfangs der siebziger Jahre in vielen Schiffsladungen aus der Sahara herangebracht wurde.
Teide
Zur "Pflichtkür" gehört auf Teneriffa der Besuch des Pico del Teide, des höchsten Bergs von Spanien (3.718 m). Er erhebt sich am Rande eines gewaltigen Kraters, der Caldera de las Canadas (14 km Durchmesser, 45 km Umfang, 2000 - 2500 m hoch gelegen), den zu durchfahren ein grandioses Erlebnis ist. Dieses Gebiet ist als "Parque Nacional de Teide" geschützt. Wer die Cañadas einmal gesehen hat, wird verstehen, daß diese Mondlandschaft bei Regisseuren als Kulisse für Science-Fiction-Filme sehr beliebt ist. Der Teide kann per Seilbahn befahren werden. In rund 10 Minuten befördert Sie die Teleferico auf 3.555 Meter Höhe. Bei starkem Wind oder Schneefall wird der Betrieb eingestellt.
Von der Bergstation aus sind es "nur" noch rund 200 zum Teil beschwerliche Meter bis zum Gipfel. Der Teide ist bis heute ein schlafender Riese. Die letzte Eruption geht auf das 17. Jahrhundert zurück. Im Jahre 1909 fand westlich des Teide der letzte Vulkanausbruch auf Teneriffa statt, als der Chinyero zehn Tage Lava spuckte.
Puerto de la Cruz
"Puerto", wie die Metropole an der Nordküste im Gegensatz zu "Santa", der "la capital" an der Süd-Ost-Küste, heißt, hat sich trotz der 30.000 Hotelbetten, die sich hier in Hochhäusern aus den 60ern und 70ern stapeln, einen schier unverwüstlichen Charme bewahrt.
Hätte Shakespeare für den Malvasierwein aus dem Orotava-Tal nicht so viel Promotion gemacht, gäbe es Puerto de la Cruz, das damals noch Puerto de la Orotava hieß, vielleicht gar nicht.
Die verläßliche angelsächsische Trinkfreude mußte nach dem Vulkanausbruch 1706, der den wichtigsten Inselhafen damals, Garachico, weiter nord-westlich, zerstörte, dann über Puerto de la Orotava befriedigt werden, und das wuchs sich aus.
Mit dem 19. Jahrhundert kamen die ersten Touristen, die man Kurgäste, oder Sommerfrischler nannte. 1892 wurde das erste Hotel, hoch über dem Hafen eröffnet, das Sanatorium "Taoro", denn man fuhr schließlich zur Kur ins Bad, jedoch nicht zum Planschen in Salzwasser. Heute lockt das "Taoro" als Spielcasino, das seine besten Zeiten schon in den 60ern hinter sich hatte, auffällig viele Friseure und Handwerker an, denen der schwarz erarbeitete Zaster zu locker sitzt und die dafür hier große Welt spielen...
Seit den 50ern wollte man aber an den Strand, unbedingt.
Im schläfrigen "Puerto" fielen deshalb erst die Fischerhütten und dann ganze Straßenzeilen. An ihre Stelle setzte man das, was man damals für radikal modern hielt: die schmalbrüstigen Hochhäuser, die monströsen Hotelklötze und fand das schön.
Vom Aussichtspunkt Los Llanos de la Paz siehts vielleicht nicht ganz so gemein aus.
Die grausamen Bausünden der Vergangenheit haben aber der Urbanität und dem romantischen Ambiente von Puerto mit seinen Plazas, den verträumten Gassen, Winkeln und Parks nichts anhaben können. Darin unterscheidet sich Puerto tatsächlich wohltuend von den meist seelenlosen Touristenzentren des Südens. Kein Wunder, daß sich hier meist die reiferen Jahrgänge tummeln, während im Süden das wassersportsüchtelnde Jungvolk tobt. Die Badeabwanderung nach Süden sollte die 33.000 qm große Pool-Landschaft des kanarischen Stararchitekten César Manrique, mit dem Lago Martianez, stoppen, denn Baden im Hafen, wie es heute noch die Einheimischen drauf haben, ist schließlich nicht jedermanns Sache. Die schönste Flaniermeile ist der Paseo San Telmo mit der Kirche San Telmo, wo Mc Donald ist, runter zur Plaza del Charco. El Charco, die Pfütze, ist heute trocken von unten. Feuchtes kommt nur von oben, als Springbrunnen-Fontäne oder als Bier in den unzähligen Open-Air-Kneipen.
Wer die Ruhe im Grünen sucht, geht in den Botanico, in den Botanischen Garten im Stadtteil La Paz.
LORO PARQUE
Der LORO PARQUE in Puerto de la Cruz mit der größten Papageiensammlung der Welt, einem untertunnelten Aquarium, dem Planet Pinguin mit über 250 antarktischen Pinguinen, Vorstellungen mit Delphinen, Papageien oder Seelöwen und artgerechten Freigehegen gehört neben dem Nationalpark Las Cañadas mit dem Teide auf Teneriffa und dem Timanfaya-Nationalpark auf Lanzarote zu den herausragendsten Touristenmagneten, die die Kanaren zu bieten haben. Seit seiner Eröffnung im Jahre 1972 zählte der ganzjährig geöffnete Park bereits mehr als 19 Millionen Besucher, und er ist seither mit 135.000 m2 zehnmal größer geworden.
Der Clou sind natürlich die Papageien, viele davon freifliegend. Super auch die Papageienshow. Großartige Delphin-Show, Nummern die einmalig auf der Welt sind! Kino Lorovision, ein Nervenkitzel voller Spezialeffekte, in dem der Zuschauer die Welt in rasanter Weise aus der Vogelperspektive erlebt! Orchideenhaus: ein Traum aus über 2000 exotischen Blüten! Es gibt auch einen afrikanischen Markt, auf dem die kunstgewerblichen Handarbeiten des schwarzen Kontinents gekauft werden können: handgeschnitzte afrikanische Figuren, Batiken, Lederwaren, Bilder etc. Das Grillrestaurant, die Cafeteria, die Eisdiele, der Souvenirladen, alle Papageien, die sechs Delphine, die Seelöwen, der längste Haifischtunnel der Welt (18,5 Meter lang), die Fledermausgrotte und die Krokodile sowie das originale Thai-Dorf freuen sich auf Ihren Besuch!
Teresitas-Strand
Tip für Sonnenhungrige, wenn im Orotava-Tal mal der Himmel bedeckt sein sollte: _ber die Nordautobahn ist man ganz schnell in Santa Cruz. In Richtung SAN ANDRES liegt der Teresitas-Strand (1,5 km lang, 100 m breit), wo praktisch immer die Sonne scheint. Übrigens ist er goldgelb, weil der Sand aus der Sahara gebracht wurde. Angeblich ist er der größte künstliche Strand der Welt.
Icod de los Vinos
Ein 1501 gegründetes Weinbauernstädtchen im Orotavatal. Wahrzeichen ist ein alte Drachenbaum, über dessen Alter die Botaniker immer noch rätseln. Bis vor relativ kurzer Zeit galt es als erwiesen, daß dieser Riese rund 3000 Jahre alt sein sollte. Jüngsten Untersuchungen zufolge werden dem typisch kanarischen Baum ist höchstens 500 bis 600 Jahre zugestanden. Im übrigen ist es eigentlich gar kein Baum, sondern ein Zwiebelgewächs. Sicher ist jedoch, daß der Drachenbaum die einzige überlebende Pflanze aus dem Tertiär ist - und daß das Exemplar von Icod der älteste Drachenbaum der Inseln ist.
Masca
Früher lag das kleine Dorf abgeschnitten von der Außenwelt in den Bergen des Tenomassivs. Damals konnte der Ort nur zu Fuß erreicht werden. Atemberaubendes Felspanorama. Eine sehr schmale Straße führt an tiefen Abgründen vorbei in den Ort. Die an den Felsen klebenden Häuser sind eine Attraktion. Von hier aus lassen sich sehr schöne Bergwandertouren unternehmen,
Los Gigantes
Gigantisch sind die Felsen... Die Apartmenthäuser und Urbanisationen scheinen auf den ersten Blick allerdings größer zu sein. Schlängelt man sich aber die Straße runter, wird der Blick wieder frei auf die über 600 m senkrecht ins Meer abfallenden Felswände.
Im Yachthafen dümpelt Gerät von ca. 80 Mio. Materialwert, mindestens. Eine andere Attraktion ist das glasklare Wasser im Hafen, das den Blick bis auf den Grund gestattet. Es wimmelt von Fischen und Touristen, die erstere nicht angeln dürfen, sondern nur fotografieren und füttern. In Fischkreisen hat sich das herumgesprochen, denn nirgends sonst sieht man solche Fischschwärme, die das Hafenbecken brodeln lassen.
Und wo ist der Strand? Am Ende des Hafens. Und eigentlich ist er schwarz. Nur sieht man das kaum, denn er ist so klein, daß er flächendeckend mit Frottee ausgelegt scheint.
Trotz Hafen ist der Strand und das Wasser sauber und meist auch sicher zum Schwimmen.
Was man von der anderer Seite, auf der Uferpromedade zur See hin, nicht gesagt werden kann. Im Gegenteil: auf der Promenade warnen Schilder, vor Wogen, die oft mächtig über die Buhne und die Promenade schlagen, daß hier regelmäßig ahnungslose Spaziergänger weggespült werden. Darum auf jeden Fall ernst nehmen bei starkem Seegang.
Masca
...liegt weit weg vom Meer, hoch in den Bergen. Zu den absoluten Highlights des Wanderfreunds gehört eine Wanderung von Masca den grünen Baranco runter ans Meer. Am besten mit Bus oder Sammeltaxi von Los Gigantes nach Masca fahren. 3,5 Stunden dauert der Abstieg per pedes auf 0 NN. Festes Schuhwerk ist unbedingt erforderlich. Die schwindelfreie Überquerung von Schluchten, über die oft nur lose Holzbohlen führen, sollte auch kein Problem bereiten.
Nachmittags kommt dann irgendwann auch ein Schiff an den Kieselstrand und lädt die erschöpften Absteiger ein.
Puerto de Santiago
...ist kein Hafen, sondern einer der besseren Badeorte mit schwarzen Sandstrand, der Playa de las Arenas...
Playa San Juan
...ist dafür kein Badeort mit Strand, sondern ein echter Hafen, d.h. nicht nur für Yachten. Hier wird der frische Fisch für den Süden angelandet. Darum ist dieser Ort relativ untouristisch, aber nur relativ...
Playa Paraiso
...hat zwar eine Playa, aber man muß den ziemlich vernachläßigten Strand angestrengt suchen. Er liegt hinter dem "Lido", der eine künstliche Badelandschaft ist, genauso künstlich wie der ganze Ort, der nur aus Hochhäusern zu bestehen scheint und in einem Häßlichkeitswettbewerb weit vorn liegen würde.
La Caleta
Der Charme des kleinen Fischerdorfes ist nun endgültig an den Rand der
luxuriösen Golfanlage von Adeje mit all den Luxusvillen und den vier bis fünf Sterne Hotels gedrückt worden. Das schlägt sich zwar auf das Preisniveau der ansässigen Fischrestaurants nieder, die mit Ausnahme des einfachsten, abseits liegenden Lokals "...." noch nicht einmal Kanti-nenqualität zu Gourmetpreisen anbieten. Die wahre Sehenswürdigkeit von La Caleta ist aber der "Spaghetti-Strand", den man über Klippen oder über den angrenzenden Golfplatz wandernd erreicht. Weißer Traumstrand, sofern ihn nicht gerade wieder die Wellen weg gespült haben auch Ziel von Musikdampfern auf "Piratentour" mit heftig pichelnder Fracht. Den "Spaghetti-Strand" umgeben Höhlen und Palmenhütten ständig kiffenden Hippies, die neben den Duftnoten von Notdurft auch ihren Müll und die leeren Koservendosen dort ökologisch unkorrekt verbreiten. An heißen Sommertagen, wenn es lange nicht mehr geregnet hat, kann man den Strand gar nicht verfehlen: Immer der Nase nach...
Baden kann hier aber sehr gefährlich sein. Bei lebhafter See lieber nicht ins Wasser gehen. Gefährliche Unterströmungen!
Fañabe
...soll das Marbella der Kanaren werden, nur wirkt es bisweilen wie ein architektonisches Festival des schlechten Geschmacks mit zu klein geratenen Sandstränden, an denen Water-Biker dem Touristen den letzten Nerv rauben wollen.
An Wochenenden und in der Saison unbedingt großräumig umgehen, weil man sonst für Stunden im Stau stecken bleiben kann. Geeignet nur für in jeder Hinsicht robuste Naturen. Dafür ist es auch ein bißchen teurer als anderswo...
Baranco del Infierno
Ein Wander-Eldorado voller Naturschönheiten. Oft aber geschlossen, um die Natur vor dem Naturfreund zu schützen. Unbedingt vorher erkundigen!
Die Felsen der Höllenschlucht sind dicht bewachsen und lassen kaum einen Sonnenstrahl durch. Nach längerer Regenzeiten im Winter kann die Strecke unpassierbar sein. Am Ende der Schlucht rauscht ein rund 80 m hoher Wasserfall talwärts. Dauer der Wanderung bis zum Wasserfall je nach Kondition rund 2-3 Stunden. Wanderschuhe und Wegzehrung sind unabdingbar.
Playas de las Americas
Was bis in die Sechziger Jahre eine reine Sand- und Geröllwüste war, ist jetzt eine an manchen Stellen ziemlich verkeimt wirkende Betonwüste mit etwas Grünzeug drumrum, genau wie der Pauschaltourist es von Zuhause aus den Vorstädten von Manchester, Liverpool, Wanne-Eickel, Winsen an der Luhe und Castrop-Rauxel gewohnt ist. Nur das Wetter ist besser.
Die besseren Leute haben Appartements an den Hängen oder Bungalows sogar. Das Gros bleibt unten, wo sich die Karaokebars gegenseitig niederschreien und "Happy Hour all day long" ist. Die Strände sind künstlich aufgeschüttet und für den Ansturm recht spärlich. Zum Glück bleiben die meisten Gäste in ihren pauschal bezahlten Poolanlagen.
Wenn man sich daran gewöhnt hat, gibt es auch ganz schöne Ecken am Wasser, dort wo die Protzhotels stehen allemal. Ansonsten gibt's hier nichts, war es nicht gibt, außer Ruhe. Doch zur Erholung kommt man hier auch nicht her, sondern zu Remmi Demmi non stop.
Los Cristianos
...im Gegensatz zu "El Äi" (J), wie Las Americas von Insidern genannt wird, ist Los Cristianos ein gewachsenes Fischerdorf mit Fischer- und Fährhafen und pittoresken Winkeln. Es gibt zwei Strände: einen "natürlichen" am Hafen, der meist ziemlich überbelegt ist und den neuen, großen Strand, die Playa Vista, die groß genug ist, selbst bei Hochsaison ganzen Heerscharen die begehrten 1 m x 2 m am Strand zu bieten, ohne daß gleich Gedrängel entsteht.
Das Wasser ist sauberer, als es aussieht. Der milchige Schleier ist nur auf den Kalkgehalt des Sandes zurückzuführen.
Arona
...9 km bergauf, gilt als das reichste Dorf der Insel, denn es ist die steuererhebende Kreisstadt für das boomende Touristendorado am Ozean.
Selbst der soziale Wohnungsbau sieht hier ansprechender aus als manche vergilbte Hotel- oder Apartmentanlage unten am Strand. Das Dorf, bemerkenswert wegen seines Rathauses und der Kirche mit dem vielleicht schönsten Altaraufsatz Spaniens, ist in Blumenpracht gebettet und atmet satten Wohlstand und skandinavische Makellosigkeit. Ebenso "skandinavisch" ist hier auch das Nachtleben: die geleckten Straßen und Plätze dieses hübschen, typisch kanarischen Dorfes liegen abends völlig unspanisch ausgestorben im Schein einiger Megawatt Beleuchtung aus schmiedeeisernen Laternen.
Vilaflor
...liegt etwa 1.400 m hoch und ist damit das höchstgelegene Dorf Spaniens.
Hier ist der permanente Frühling Wirklichkeit und die Luft wie Samt und Seide, eine Wohltat für Menschen mit Beschwerden der oberen Luftwege.
Das Mineralwasser "Fuente Alta" kommt auch von hier.
Las Galletas
... war mal ein kleines Fischerdorf, das vielleicht auch mal schön war, jetzt aber ein lautes gesichtsloses Nest ist, das nur dem Durchgangsverkehr der belgisch-britisch dominierten Touristenstadt COSTA DEL SILENCIO (ohne Silencio und ohne Playa) zu dienen scheint.
Los Abrigos
...ist endlich über eine neue Straße von den Golplätzen GOLF DEL SUR und
AMARILLO GOLF zu erreichen und sieht nicht mehr ganz so aus, als hätte es einen in eine südamerikanische Favela verschlagen. Die Häuser an der Straße sind nun fast alle verputzt und der Müll lagert in grünen Containern. Auch sonst gibt man sich Mühe: Dienstags mit einem Nachtmarkt auf dem Kirchplatz. Die Fischrestaurants des Ortes sind legendär.
El Médano
...ist ein ehemaliges Fischerdorf, das sich trotz heftigem Bauboom seinen Charakter als Sommerfrische der Insulaner und Festlandspanier bewahren konnte. Es hat die längsten natürlichen Sandstrände der Insel (u.a. auch FKK) und nur der stramme Nord-Ost Passat, der oft zum Sandstrahlgebläse kumuliert, hat den Ort vor Massentourismus bewahrt. Dafür ist El Médano "Surf-City" und der alljährliche Austragungsort der Windsurf WM.
Güimar
Nur mit Mühe kann man sich diesen Flecken als die königliche Residenz der
Guanchen-Royals, der Menceys, vorstellen, eigentlich aber kaum, denn heute ist Güimar ein Industriestandort und das Tal ist das Zentrum intensiver Landwirtschaft. Vom Mirador de Don Martin hat man einen schönen Ausblick, im Brarranco de Bajadoz gibt es einige authentische
Guanchenhöhlen. Und Thor Heyerdahl hat auch hier sein Kontiki aufgebaut, um die Nachwelt mit seinen Theorien über die Pyramiden von Güimar zu ergötzen.
Candelaria
... ist auch schöner, als der erste Blick es erwarten läßt, denn immerhin ist es der Wallfahrtsort der Insel. Auf die Basilica de Nuestra Señora aus dem 18. Jahrhundert schauen die letzten Guanchenkönige, denen man hier Standbilder aus Bronze gegönnt hat. Am 14. Und 15. August ist die Romería de la Virgen de Candelaria zu Ehren der schwarzen Madonna, die hier hundert Jahre vor den Spaniern, im Jahre 1390, an den Strand geschwemmt wurde und damals schon von den Ureinwohnern verehrt wurde und Wunder bewirkt haben sollte. 1826 mußte die Madonna nagelneu wieder auferstehen, da sie einer Stumflut zum Opfer fiel und sich wieder in den Ozean auf und davon gemacht hatte. In Adeje soll sie dann wieder an Land gegangen sein. Aber nichts genaues weiß man nicht...
Igueste de San Andres
...ist bis jetzt vom Tourismus verschont geblieben und darum ein verträumtes, idyllisches Dorf in mitten tropischer Vegetation, in dem die Zeit wirklich stehen geblieben scheint. Am besten man fährt, bis es nicht mehr weitergeht, bis Puertito, vor den Kirchplatz und spaziert runter zum Geröllufer.
Playa de Antequera
... liegt am äußersten Nord-Ost-Zipfel der Insel. Dorthin kommt man nur entweder über die Berge am besten mit einer geführten Wanderung (für Konditionsstarke) oder aber mit dem Schiff "Bahia de Santa Cruz", das von Santa Cruz de Tenerife dort hinfährt. Fahrplan ändert sich ständig, darum vorher erfragen.
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